Definitionen und Ziele der didaktischen Therapie

Die didaktische Therapie oder Patientenbildung hat zum Ziel, den Patienten eine bessere Betreuung durch Selbständigkeit, Wissen und praktische Kompetenzen anzubieten, damit dieser lernt besser mit seiner Pathologie umzugehen.

Folgendes soll mit der didaktischen Therapie erreicht werden:

  • Verbesserung des Gesundheitszustandes des Patienten und insbesondere seiner Lebensqualität
  • Verbesserung der Beziehung zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten  
  • Dem Patienten aufmerksam zuhören und ihn in seiner Ganzheit betrachten
  • Den Patienten in den Mittelpunkt seiner eigenen Betreuung stellen und so seine Selbständigkeit fördern
  • Verbesserte therapeutische Compliance
  • Für behandelnde Ärzte bietet die Patientenbildung einen Weg aus dem häufig mit chronischen Hautkrankheiten in Verbindung gebrachtem Therapieversagen. 
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Die didaktische Therapie und Patientenbildung hat sich bei verschiedenen chronischen Krankheiten als effizient erwiesen (Asthma, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, atopische Dermatitis). Sie ist Ausdruck einer aktuellen Dynamik Patienten hochwertige Betreuung und Behandlungen anzubieten und motiviert gleichzeitig die an einem interdisziplinären Projekt arbeitenden Teams.

 

Ziele der didaktischen Therapie und Patientenbildung in der Dermatologie

Zahlreiche chronischen Krankheiten, der sich stark auf die Lebensqualität auswirkenden, machen sich vor allem auf der Haut bemerkbar (atopische Dermatitis, Psoriasis, Genodermatosen, Handekzeme etc.).
Es ist eine anerkannte Tatsache, dass diese stark das Selbstbild und die Lebensqualität der betroffenen Patienten beeinflussen.

Diese Krankheiten bedürfen aufwändiger, wiederholter lokaler Behandlungen, die vom Patienten und seinem Umfeld spezifisches Wissen und praktische Kompetenzen sowie psychologischen und materiellen Einsatz erfordern.

L’ETP dans la dermatite atopique vise les objectifs suivants :

  • Vermitteln von spezifischem Wissen für den Patienten mit dem Ziel seinen Gesundheitszustand und seine Lebensqualität zu verbessern.

Die atopische Dermatitis wird hauptsächlich lokal in Abhängigkeit der Ausdehnung und Schwere der Läsionen behandelt. Kranke und ihr Umfeld müssen daher das notwendige Wissen erlangen um die Behandlung anpassen zu können.

  • Dem Patienten aufmerksam zuhören und ihn in seiner Ganzheit betrachten

Hierbei handelt es sich nicht nur um das Vermitteln purer Information, denn dem Patienten und seiner Familie muss die notwendige Zeit gewidmet werden, damit diese ihren Schwierigkeiten, Überzeugungen, Wissen und Befürchtungen Ausdruck verleihen können. Die diaktische Therapie bietet ihnen Raum zum Austausch.

  • Verbesserte therapeutische Compliance und Ausbruch aus der Logik des Therapieversagens

Viele, der gewissen Behandlungen gegenüber gehegten Befürchtungen (z.B.: Kortikophobie) oder Vorurteile (z.B.: Ekzeme aufgrund der Milch) führen häufig zu einem Therapieversagen. Die didaktische Therapie oder Patientenbildung bietet die passenden Antworten auf zu Behandlungen und deren Verwendung aufkommenden Fragen.

  • Verbesserung der Beziehung zwischen behandelndem Arzt und Patienten    

Das Programm für didaktische Therapie und Patientenbildung hilft beim Aufbau einer Vertrauensbasis zwischen dem Patienten und dem Arzt.

An wen richtet sich die didaktische Therapie?

Die didaktische Therapie richtet sich an alle Patienten mit chronischen Hautkrankheiten. Sie ist nicht nur Patienten mit schweren Formen von Hautkrankheiten, definiert durch hohe bioklinische Scores (SCORAD, PASI, etc.) vorbehalten, sondern sollte ebenfalls folgenden Patienten angeboten werden:

  • Patienten mit eingeschränkter Lebensqualität
  • Patienten mit Therapieversagen
  • Patienten mit niedriger Therapie-Compliance
  • Patienten, die sich schlecht mit ihrer Krankheit abfinden 

Die didaktische Therapie kann auf Patienten aller soziokulturellen Ebenen angepasst werden. Dem Patienten steht es in jedem Fall frei bei einem Patientenbildungsprogramm mitzumachen oder nicht, unter der Voraussetzung, dass ihm  Inhalt und Ziele des Programms klar dargelegt wurden. Die didaktische Therapie richtet sich ebenfalls an Personen aus dem Umfeld des Patienten (Eltern, Partner, Geschwister).

Methodologie der didaktischen Therapie

Die unbegründete Angst vor gewissen Behandlungen (z.B.: Kortikophobie) bzw. gewisse Irrglauben (z.B.: systematische Änderung der Milch) sind oft der Grund für ein Therapieversagen. Die atopische Dermatitis wird lokal und je nach Ausdehnung und Schwere der Läsionen behandelt. Kranke und ihr Umfeld müssen daher das notwendige Wissen erlangen um die Behandlung anpassen zu können.

In folgenden drei Bereichen müssen Wissen und Kompetenzen vermittelt werden:

  • Wissen zur Krankheit und den auslösenden Faktoren
  • Praktische Kompetenzen für eine optimale Durchführung der Behandlung
  • Verhaltensweisen, Einstellung, die Behandlung erklären können, wissen, wen und wann jemanden kontaktieren, etc.

Hierbei handelt es sich nicht nur um das Vermitteln purer Information, sondern darum, dem Patienten und seiner Familie zuzuhören, damit diese ihren Schwierigkeiten, Überzeugungen, Wissen, Befürchtungen und Motivationen angesichts der Krankheit Ausdruck verleihen können.