Definition des atopischen Ekzems

Das atopische Ekzem, ebenfalls als atopische Dermatitis genannt, ist eine chronische, pruriginöse und entzündliche Dermatose, bei der sich Schübe und entzündungsfreie Phasen abwechseln.

Das atopische Ekzem ist...

photos eczéma atopique

Fotosammlung von Dr. D. Wallach (Paris) und Prof. J. Mazereeuw (Toulouse)

 

Es handelt sich um eine komplexe multifaktorielle Krankheit, bei der zwei Arten von Symptomen aufeinandertreffen:

  • einerseits eine Veränderung der Hautbarriere (Filaggrin-Defekt, Lipidstörung etc.), die die Haut austrocknet und besonders anfällig für alle Arten von äußeren Einflüssen macht;
  • und andererseits eine Tendenz zu Überempfindlichkeit auf Allergene vom Typ IgE, die eine Überreaktion der Immunantwort hervorruft. 

Ein Problem der Hautbarriere

Mit atopischem Ekzem werden rezidivierende entzündliche Hautreaktionen bezeichnet, die bei atopischer Prädisposition auftreten. Die atopische Dermatitis ist die Form der atopischen Krankheit (oder "Atopie"), die sich auf der Haut ausdrückt und zu der ebenfalls Asthma, allergische Rhinitis und allergische Konjunktivitis gehören.

Was ist Atopie? Die Atopie ist die genetische Prädisposition des Körpers auf gewisse Allergene zu Überreaktionen zu neigen. Dabei produziert oder verfügt der Körper über zu viel Antikörper, so genanntes Immunglobulin E (IgE). Eine Atopie kann sich als Ekzem, Rhinokonjunktivitis, Asthma etc. äußern. Atopische Personen entwickeln eine Überempfindlichkeit auf Allergene, auf die nicht-atopische Personen nicht reagieren.

Epidemiologie des atopischen Ekzems

Die Prävalenz (Anzahl der in der Allgemeinbevölkerung erkrankten Personen) hat sich in den letzten 30 Jahren in den Industriestaaten verdreifacht. Bei Kindern ist es die häufigste Dermatose:

  • Die Zahlen liegen in Frankreich bei rund 12 bis 15 % und die Krankheit tritt ab den ersten Lebensmonaten auf.
  • Rund 20 % der Kinder unter 7 Jahren und rund 18 % der Kinder zwischen 7 und 16 Jahren sind von ihr betroffen.

Sie trifft in allen Bevölkerungsgruppen auf. Eine Studie hat gezeigt, dass 17% schwarzer und 15% hispanischer Hauttypen davon betroffen sind.

Die Prävalenz nimmt zudem mit der Umwelt, den Veränderungen der Lebensumstände, Zunahme der Hygiene in unseren Gesellschaften (in den Industriestaaten häufiger auftretende Krankheit) zu. Laut einer vom amerikanischem Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten in den Haushalten durchgeführten Umfrage, ist zwischen 2000 und 2010 der Anteil der atopischen Dermatitis (AD) bei Kindern unter 18 Jahren von 9% auf 17% bei schwarzen Kindern, von 5% auf 10% bei hispanischen Kindern und von 8% auf circa 13% bei weißen Kindern gestiegen. Diese Zunahme der Prävalenz ist zweifelsohne auf die Lebensweise zurückzuführen, da je höher das Industrieland entwickelt ist, desto höher ist auch die Atopie-Prävalenz. So liegt z.B. in Korea die Prävalenz bei Kindern derzeit bei 30%.

Man kann hier von einem wachsenden Problem für die öffentliche Gesundheit sprechen.

Hinzu kommt noch die genetische Veranlagung, die die Prävalenz bei entsprechender familiärer Vorgeschichte noch erhöht (leidet einer der beiden Eltern unter einer Atopie, liegt das Risiko des Kindes bei 50%, leiden beide Eltern unter einer Atopie, erhöht sich das Risiko noch).

Es gibt zwei Arten von prädisponierenden Faktoren

Welche Gründer führen zu dieser Zunahme?

Dazu existieren mehrere Hypothesen:

  • Geburt durch Kaiserschnitt: das Kind kann bei der Geburt per Kaiserschnitt nicht die Hautflora, wie bei einer vaginalen Geburt "mitnehmen"
  • "übermäßige Hygiene"
  • "übermäßige Verwendung von Reinigungsseifen"
  • "weniger Infektionen": das Immunsystem muss sich nicht mehr gegen Infektionen wehren und reagiert daher auf Allergene.

Diese Krankheit ist natürlich nicht ansteckend, aber dieser Punkt sollte in den Schulen und mit dem pädagogischen Team Ihres Kindes angesprochen werden.