Sport

Tipps und Ratschläge für Sport mit Spaß!

Warum treiben atopische Kinder weniger Sport?

Die atopische Dermatitis wirkt sich auf die Lebensqualität des Kindes aus. Manchmal fällt es ihm schwer seine verletzte Haut den Klassenkameraden zu zeigen. Daher tendiert es dazu Sport mit anderen Kindern zu vermeiden, insbesondere da der Sport an sich ein auslösender Faktor für einen Schub sein kann (Hitze, Reizung durch Schwitzen etc.)

Kinder mit atopischer Dermatitis

Eine kürzlich im Internet von der Stiftung für Atopische Dermatitis durchgeführte Studie hat gezeigt, dass 92% der Kinder Schulsport treiben, während dieser Prozentsatz bei Kindern mit atopischer Dermatitis bei nur 78% liegt. Bei Letzteren kann die sportliche Betätigung zu Beschwerden führen (Tab. 2). In diesen Fällen ist es schwierig darauf zu beharren. Körperliche und sportliche Betätigung ist grundlegend für die Entwicklung des Kindes. Zum Vermeiden von Beschwerden können ein paar einfache Vorkehrungen getroffen werden.

 

Warum ist Sport zum gesunden Heranwachsen wichtig?

Der gesundheitliche Nutzen körperlicher und sportlicher Betätigung wurde insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ausreichend bewiesen: körperliche Entwicklung, psychologisches Wohlergehen, bessere Kenntnis der eigenen Person und Beziehung mit anderen.

Sport um den Körper zu entwickeln

Kinder haben einen unbezwingbaren Bewegungsbedarf, den sie gerne mit Vergnügen und Wohlbefinden verbinden. Dies ist wichtig, da körperliche Betätigung für die Muskel- und Skelettentwicklung sowie für ein ausgeglichenes Größen-Gewichts-Verhältnis unabdingbar ist.

Das Wachstumshormon, das das Wachstum der Gewebe anregt, wird während des Schlafs sekretiert. Tatsache ist jedoch, dass der Schlaf atopischer Kinder häufig durch Schmerzen und Jucken beeinträchtigt wird.

Daher kann eine schwere atopische Dermatitis im Kleinkindalter zu sehr dünnen Kindern mit einem verzögerten Körperwachstum führen.

Im Gegensatz dazu, reguliert sportliche Betätigung den Schlaf und stimuliert das Muskel- und Knochenwachstum, wodurch die Folgen schwerer Dermatitis etwas abgeschwächt werden können.

Jugendliche tendieren dazu stundenlang am Computer, an der Spielkonsole oder sonstigen Bildschirmen zu verbringen. Sport ist daher ein gutes Mittel gegen zu viel Sitzen und das Erlernen einer gesunden Lebensweise.

Sport treiben um sich wohl in seiner Haut zu fühlen

Bei atopischen Kindern ist die körperliche und sportliche Betätigung ein gutes Mittel, um die Aufmerksam auf etwas Anderes zu ziehen und von seinen eigenen Hautproblemen abzulenken.

Stress wird im Alltag einfacher abgebaut und die Konzentration in der Schule steigt. Egal ob man Sport aus Leistungsgründen oder nur für die Freizeit treibt, fördert er den Teamgeist. Beim Sport entwickelt man ein Zugehörigkeitsgefühl, was zur Festigung der eigenen Identität führt.

Das Kind spielt mit und gegen Kameraden in Teamsportarten und setzt sich in Einzelsportarten mit seinen eigenen Fähigkeiten auseinander. Die während der Anstrengung freigesetzten Endorphine oder "Glückshormone" bekämpfen effizient den Stress.

Ein paar Tipps: Wie bereits erwähnt, kann Schweiß zu Juckreiz und sogar Schüben führen, was aber durch einfache Maßnahmen verhindert werden kann. Durch Duschen unmittelbar nach dem Sport werden im Schweiß enthaltene reizende Substanzen abgewaschen. In der Praxis sollte unter warmem bis kühlem Wasser bis 30 gezählt werden, damit die Dusche wirksam ist. Es wird angeraten ein parfüm- und seifenfreies Reinigungsprodukt zu verwenden. Anschließend sollte eine Pflegecreme am gesamten Körper angewendet und sauberes und trockenes Gewand angezogen werden, und fertig!

Die Angst sich zu zeigen

Das rote Aussehen der Haut kann das Kind hemmen, aus Angst stigmatisiert zu werden und sich den anderen Kindern zu zeigen. Dies sollte es aber nicht dabei hindern Sport zu treiben.

Die Eltern müssen dem Lehrpersonal erklären was ein Ekzem ist, dass es nicht ansteckend ist und welche Mindestvorsichtsmaßnahmen getroffen werden sollten.

Dem Kind sollte erklärt werden, dass jede Person anders ist und ihm helfen seine eigenen Unterschiede zu akzeptieren. Bei einem Ekzem ist die Haut gerötet, was sichtbar ist. Aber auch die Rötungen sind nur ein Unterschied wie jeder andere auch: manche sind blond andere dunkelhaarig etc.

Wie können Beschwerden im Zusammenhang mit dem Sport verhindert werden?

Nimmt man sich nicht in Acht, können Schweiß, Hitze, Kleidung oder ungeeignete Reinigungsprodukte den Zustand atopischer Haut verschlimmern. Um Ziepen, Juckreiz und Ekzem-Schübe zu verhindern und beim Sport Spaß zu haben reicht es ein paar Vorkehrungen zu treffen.

Der Reizwirkung des Schweißes entgegenwirken

Der Schweiß wird von den Schweißdrüsen abgesondert, die bei der natürlichen Thermoregulierung des Körpers mitwirken. Schweißdrüsen sind insbesondere auf der Stirn, in den Handflächen, den Fußsohlen und den Achseln angesiedelt.

Der Schweiß besteht größtenteils aus Wasser und Mineralsalzen. Sein saurer pH (zwischen 4 und 6) sowie das enthaltene Natriumchlorid sind für den brennenden Effekt auf der Haut verantwortlich. Um diese unangenehme Wirkung zu verhindern, sollte man daher durch das Tragen weiter Baumwollkleidung oder eigens mit Ventilationszonen versehener Sportbekleidung die Verdunstung und das Ableiten der Hitze fördern.

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Die Hitze ableiten

Die durch die Gefäßerweiterung (Röte) entstehende Hitze führt zu einer Zunahme der Schweißproduktion und folglich des Juckreizes.

Wie kann man dem entgegenwirken?

Wichtig ist, nicht unter der prallen Sonne Sport zu treiben und vor allem regelmäßig zu trinken (immer eine kleine Wasserflasche bei sich haben).

Wird einem heiß sollte man einen Thermalwasserspray benutzen. Besprüht man damit die Haut, sinkt die Hauttemperatur.

Nach und nach die Intensität des Sports anpassen. Dadurch passt sich der Körper an und man verhindert einen übermäßigen Anstieg der Körpertemperatur. Während eines Schubs sollten sehr anstrengende Sportarten vermieden werden.

Passende Kleidung anziehen

vetelents eczema atopiqueBeim Sport kann folgende Bekleidung getragen werden: eine um eine Größe größere Baumwollbekleidung um den Kontakt mit der Haut zu minimieren, wenn möglich mit den Nähten außen, oder leichte Polyester-Sportbekleidung.

Neue Bekleidung muss in jedem Fall vor dem ersten Tragen gewaschen werden! Entfernen Sie alle Etiketten (im Hals und auf der Seite), um Reizungen zu vermeiden.

Die Kleidung muss nach jedem Tragen gewaschen werden (nichts in der Tasche vergessen!).

Beim Waschen sollte man Flüssigwaschmittel vorziehen, da sich Pulverteilchen nicht so leicht auflösen. Die Wäsche sollte zweimal gespült werden. Die Wäsche im Frühling bei Pollenflug nicht im Freien trocknen.

Das Deo eher nach als vor dem Sport auftragen.

Deos mit Aluminiumsalzen sollte man in jedem Fall vermeiden. Alkohol- und parfümfrei Deos verwenden.

Trotz aller Vorkehrungen können Schweiß und Deodorant zu Reizungen führen.

Da der Schweißvorgang etwas nach der Anstrengung einsetzt, sollte das Deodorant nach dem Sport und nicht vorher angewendet werden. Am besten nach der Dusche und bei trockener Haut (vorzugsweise mit einem sanften Polyamid-Handtuch abtupfen).

Sich eincremen ist mühsam … Cremes sind für Mädchen …

Vorgefasste Meinungen müssen überwunden werden, denn was zählt ist die eigene Gesundheit und das eigene Wohlergehen. Auf eine feuchtigkeitsspendende Creme kann nicht verzichtet werden. Findet die sportliche Betätigung in der Nähe des Wohnorts statt, kann man die Creme in den Kühlschrank geben, sonst in die Sporttasche.

Dermokortikoide sollten eher abends oder morgens nach der Dusche aufgetragen werden. Die Creme sollte in einer dicken Schicht auf alle offenen Stellen aufgetragen und schnell in die Haut einmassiert werden.

Man kann ebenfalls eine Schutzcreme verwenden, um die Haut vor Schweiß, Chlor des Schwimmbads oder Meeressalz zu schützen. Eine solche Creme enthält meist Silikone, die die Haut vor äußeren Angriffen abschirmen.

Tipps und Tricks um Spaß am Sport zu haben.

Vorher

  • Eine feuchtigkeitsspendende Creme oder Pflegesalbe auf die Haut vor dem Sport auftragen. So entsteht ein Säureschutzmantel auf der Haut.
  • Während einer akuten Phase der atopischen Dermatitis zu große Anstrengungen meiden, um die Hautrötungen nicht zu verschlimmern.
  • Sportarten wählen, bei denen die Sportbekleidung die Hitze und den Schweiß ableiten kann (Fechtanzug vermeiden zum Beispiel).

Während

  • Passende Kleidung tragen: aus Baumwolle, eine Größe größer als sonst, Sportbekleidung
  • Nicht in der prallen Sonne Sport treiben.
  • Einen Thermalwasserspray benutzen und während des Sports viel trinken (in kleinen Schlucken).
  • Sich den Schweiß mit Schweißbändern oder einem sanften Handtuch und nicht mit dem T-Shirt abwischen.

Nachher

  • Viel Mineralwasser trinken.
  • Nicht sofort duschen sondern ein bisschen zuwarten, da der Schweißvorgang etwas verzögert ist.
  • Sich mit klarem Warmwasser reichlich duschen (unter dem Wasserstrahl bis 30 zählen) und ein seifen- und parfümfreies Duschgel verwenden.
  • Die Haut gut mit einem sanften Baumwoll- oder Mikrofaserhandtuch abtrocknen ohne zu reiben.
  • Eine Pflegecreme oder -milch auftragen (auch im Winter).
  • Ein Dermokortikoid für die Hautausschläge verwenden.

 

Aus der Sicht des Dermatologen